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<title>Lothar II. (Italien)</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Lothar II. (Italien)</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Lothar II.</b> (* vor <a href="930" title="930">930</a>; † <a href="22._November" title="22. November">22. November</a> <a href="950" title="950">950</a> in <a href="Turin" title="Turin">Turin</a>) aus der Familie der <a href="Bosoniden" title="Bosoniden">Bosoniden</a> war bereits als kleines Kind ab 931 Mitregent seines Vaters, König <a href="Hugo_I._(Italien)" title="Hugo I. (Italien)">Hugos I.</a>, dann, nach dessen Ablösung, von 946 bis 950 alleiniger <a href="K%C3%B6nig_von_Italien" title="König von Italien">König von Italien</a>. Er wurde zu den „<a href="Nationalk%C3%B6nige" title="Nationalkönige">Nationalkönigen</a>“ gezählt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Leben">Leben</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Familie">Familie</h3></div>
<p>Lothar war der Sohn des zu dieser Zeit etwa 50 Jahre alten Königs Hugo von Arles, wie er auch genannt wurde, und der Fränkin <a href="Alda_die_%C3%84ltere" title="Alda die Ältere">Alda, der Älteren</a>; das Paar hatte zwei Kinder. Hugo unterhielt allerdings Beziehungen zu einer ganzen Reihe von Frauen; er heiratete die Schwiegermutter seines Sohnes, <a href="Berta_von_Alamannien" title="Berta von Alamannien">Berta von Alamannien</a>, zuletzt die in Rom überaus einflussreiche <a href="Marozia" title="Marozia">Marozia</a>, die Schwiegermutter seiner Tochter. Diese Tochter, Lothars ältere Schwester, hieß ebenfalls <a href="Alda_die_J%C3%BCngere" title="Alda die Jüngere">Alda</a>. Sie heiratete 936 <a href="Alberich_II." title="Alberich II.">Alberich II.</a> von Spoleto, Sohn Marozias, der in Rom eine vorherrschende Stellung innehatte. Ihr gemeinsamer Sohn wurde später als <a href="Johannes_XII." title="Johannes XII.">Johannes XII.</a> Papst.
</p><p>Lothar war mit der wenig jüngeren <a href="Adelheid_von_Burgund_(931%E2%80%93999)" class="mw-redirect" title="Adelheid von Burgund (931–999)">Adelheid von Burgund</a> verheiratet, der Tochter König <a href="Rudolf_II._(Burgund)" title="Rudolf II. (Burgund)">Rudolfs II.</a> von <a href="K%C3%B6nigreich_Burgund#Hochburgund" title="Königreich Burgund">Hochburgund</a> und jener Berta. Seit 933 waren die Kinder bereits einander versprochen, dementsprechend schlossen sie die Ehe erst in der ersten Hälfte des Jahres 947. Lothars Vater heiratete im Dezember 937 Lothars Schwiegermutter.
</p><p>Lothars Tochter <a href="Emma_von_Italien" title="Emma von Italien">Emma von Arles</a> wurde 966 mit dem <a href="Westfrankenreich" title="Westfrankenreich">westfränkischen</a> König <a href="Lothar_(Frankreich)" title="Lothar (Frankreich)">Lothar</a> verheiratet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Mitregent_(931–945/946)"><span id="Mitregent_.28931.E2.80.93945.2F946.29"></span>Mitregent (931–945/946)</h3></div>
<p>Bereits als kleiner Junge, ab 931 – <a href="Luigi_Schiaparelli" title="Luigi Schiaparelli">Luigi Schiaparelli</a> glaubte, die Zeit zwischen dem 13. und dem 18. April genauer fassen zu können, mit einer Präferenz für die letzten Tage der Zeitspanne –, war Lothar formal Mitregent seines Vaters, dem er 946 auf den Thron folgte. Der Übergang ist an ihren Urkunden zu erkennen. Zwischen Ende März und Anfang April 945 teilte sich Lothar den Königstitel nicht mehr mit seinem Vater. Am 29. März 945 signierten Vater und Sohn zum letzten Mal eine Urkunde gemeinsam, während eine Urkunde vom 8. April bereits nur noch vom Sohn signiert wurde. Die erste gemeinsame Urkunde mit Adelheid entstand am 27. Juni 947, spätestens zu diesem Zeitpunkt waren die beiden verheiratet. König Hugo, der sich offenbar zurückgezogen hatte, starb am 10. April 947 in <a href="Arles" title="Arles">Arles</a>.
</p><p>Die tatsächliche Herrschaft zu Lothars Lebzeiten hatte inzwischen jedoch <a href="Berengar_II." title="Berengar II.">Berengar II.</a>, der <a href="Markgrafschaft_Ivrea" title="Markgrafschaft Ivrea">Markgraf von Ivrea</a>, inne. Allerdings hatte er 941 über die Alpen an den Hof <a href="Otto_I._(HRR)" title="Otto I. (HRR)">Ottos I.</a> fliehen müssen, der so erstmals mit den politischen Kämpfen in Italien in Berührung kam. Otto blieb neutral und lieferte seinen Gast nicht an Hugo aus. Doch gewährte er ihm auch keine Unterstützung, als Berengar 945 von sich aus über die Alpen zurückkehrte. Hugo wich dem wieder erstarkten Gegner in die <a href="Provence" title="Provence">Provence</a> aus und überließ seinem Sohn das Feld.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="König_(946–950)"><span id="K.C3.B6nig_.28946.E2.80.93950.29"></span>König (946–950)</h3></div>
<p>Lothar reiste in Begleitung Berengars durch die <a href="Emilia-Romagna" title="Emilia-Romagna">Emilia</a> und die <a href="Toskana" title="Toskana">Toskana</a>. Ebenfalls mit ihnen reisten Bischof <a href="Atto_von_Vercelli" title="Atto von Vercelli">Atto von Vercelli</a>, dazu Graf Aleramo, der alte Freund seines Vaters. Er knüpfte Beziehungen zu König Otto I. an, vollzog eine große Schenkung an Arduin den Kahlen (Arduino il Glabro), den Grafen von <a href="Auriate" title="Auriate">Auriate</a> und Turin, dem Berengar die <a href="Markgrafschaft_Turin" title="Markgrafschaft Turin">Markgrafschaft Turin</a> übertrug, sowie die <a href="Markgrafschaft_Westligurien" title="Markgrafschaft Westligurien">Markgrafschaft Westligurien</a> („Marca Aleramica“). Dagegen wieder übertrug Lothar ihm die vermögende lombardische Abtei <a href="Breme" title="Breme">Breme</a>. Auch versuchte er sich mit alten Gegnern Berengars zu verständigen, wie etwa mit der Stadt <a href="Como" title="Como">Como</a>. Darüber hinaus suchte er die Macht der einflussreichen Markgrafen zu beschneiden, indem er ihre Territorien aufzuteilen begann. Dies setzte später Berengar fort.
</p><p>Lothar starb bereits am 22. November 950, Gerüchten zufolge vergiftet auf Befehl Berengars. Seine Witwe Adelheid war gerade 19 Jahre alt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Übertragung_der_Königsherrschaft_in_Italien_durch_Ehe_seiner_Witwe_Adelheid_mit_Otto_I."><span id=".C3.9Cbertragung_der_K.C3.B6nigsherrschaft_in_Italien_durch_Ehe_seiner_Witwe_Adelheid_mit_Otto_I."></span>Übertragung der Königsherrschaft in Italien durch Ehe seiner Witwe Adelheid mit Otto I.</h3></div>
<p>Nach langobardischer Tradition konnte Adelheid durch Eheschließung die Königswürde übertragen, daher nahm Berengar sie in Gefangenschaft und erklärte sich am 15. Dezember 950 selbst zum König, sowie seinen jüngeren Sohn <a href="Adalbert_II._(Ivrea)" title="Adalbert II. (Ivrea)">Adalbert</a> zum Mitregenten. Doch die allseitige Anerkennung blieb aus.
</p><p>Da Otto, der diese Möglichkeit erkannte, seit 946 gleichfalls Witwer war, ergriff er nun die Gelegenheit, Adelheid zu heiraten und damit seine Herrschaft nach <a href="Oberitalien" title="Oberitalien">Oberitalien</a> auszudehnen. Zudem schuf er sich damit die Möglichkeit, die Kaiserwürde zu erlangen. Nach der Festsetzung Adelheids brach Otto dementsprechend nach Italien auf; ob er darum gebeten wurde oder gar zur Übernahme der Herrschaft aufgefordert wurde, ist unklar.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Adelheid heiratete im Oktober oder November 951 Otto.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Quellen">Quellen</h2></div>
<ul><li><a href="Georg_Waitz" title="Georg Waitz">Georg Waitz</a> (Hrsg.): <i>Ekkehardus Uraugiensis, Chronica</i>, <a href="Monumenta_Germaniae_Historica" title="Monumenta Germaniae Historica">Monumenta Germaniae Historica</a>, Scriptores, VI: <i>Chronica et annales aevi Salici</i>, Hannover 1844, S. 1–267, hier: S. 188. (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.dmgh.de/mgh_ss_6/index.htm#page/188/mode/1up">Digitalisat der Edition</a>)</li>
<li><a href="Ludwig_Konrad_Bethmann" title="Ludwig Konrad Bethmann">Ludwig Bethmann</a> (Hrsg.): <i>Chronicon Novaliciense</i>, MGH, <i>Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum</i>, XXI, Hannover 1846, S. 60 f., 64, 68, 72, 89 f. (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.dmgh.de/mgh_ss_rer_germ_21/#page/60/mode/1up">Digitalisat, S. 60</a>)</li>
<li>Georg Waitz (Hrsg.): <i>Catalogus regum Langobardorum et Italicorum Lombardus</i>, MGH, <i>Scriptores rerum Langobardorum</i>, Hannover 1878, S. 515.</li>
<li>Joseph Becker (Hrsg.): <i>Liudprandus Cremonensis, Antapodosis</i>, MGH, <i>Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum</i>, XLI, 3, Hannover 1891, S. 82, 102, 104, 111, 129 f., 135, 147–149, 152 f. (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00006691?page=20,21">Digitalisat der Handschrift BSB Clm 6388</a>)</li>
<li><a href="Paul_von_Winterfeld" title="Paul von Winterfeld">Paul von Winterfeld</a> (Hrsg.): <i>Hrotsvita Gandeshemensis, Gesta Ottonis</i>, MGH, Opera, XXXIV, Berlin 1902, S. 217 f.</li>
<li><a href="Paul_Hirsch_(Historiker)" title="Paul Hirsch (Historiker)">Paul Hirsch</a>, Hans-Eberhard Lohmann (Hrsg.): <i>Widukindi monachi Corbeiensis rerum gestarum Saxonicarum libri tres</i> (= <i>MGH Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum separatim editi</i>, 60), Hahn, Hannover 1935, S. 108 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.dmgh.de/mgh_ss_rer_germ_60/index.htm#page/108/mode/1up">Digitalisat</a>).</li>
<li><i>Miracula sancti Columbani</i>, in: <a href="Jean_Mabillon" title="Jean Mabillon">Jean Mabillon</a>, <i>Acta sanctorum ordinis Sancti Benedicti</i>, Bd. II, Venedig 1733, S. 49.</li>
<li><a href="Luigi_Schiaparelli" title="Luigi Schiaparelli">Luigi Schiaparelli</a> (Hrsg.): <i>I diplomi di Ugo e di Lotario di Berengario II e di Adalberto</i> (=<i><a href="Fonti_per_la_Storia_d%E2%80%99Italia" title="Fonti per la Storia d’Italia">Fonti per la Storia d’Italia</a></i> [Medio Evo], XXXVIII), Rom 1924.</li>
<li>Cesare Manaresi (Hrsg.): <i>I placiti del "Regnum Italiae"</i> (=<i>Fonti per la Storia d’Italia</i> [Medio Evo], XCII, 1), Rom 1955.</li>
<li>Herbert Paulhart: <i>Odilo abbas Cluniacensis, Epitaphium domine Adelheide auguste</i>, in: <i>Festschrift zur Jahrtausendfeier der Kaiserkrönung Ottos des Großen</i>, Bd. II, Graz/Köln 1962, S. 29 f.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Hagen_Keller" title="Hagen Keller">Hagen Keller</a>: <cite style="font-style:italic">Lothar</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Lexikon_des_Mittelalters" title="Lexikon des Mittelalters">Lexikon des Mittelalters</a> <i>(LexMA)</i></cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>5</span>. Artemis & Winkler, München/Zürich 1991, ISBN 3-7608-8905-0, <span style="white-space:nowrap">Sp.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>2128</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Lothar+II.+%28Italien%29&rft.atitle=Lothar&rft.au=Hagen+Keller&rft.btitle=Lexikon+des+Mittelalters+%28LexMA%29&rft.date=1991&rft.genre=book&rft.isbn=3760889050&rft.place=M%C3%BCnchen%2FZ%C3%BCrich&rft.pub=Artemis+%26+Winkler&rft.volume=5" style="display:none"> </span></li>
<li>Mario Marrocchi: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.treccani.it/enciclopedia/lotario-ii-re-d-italia_(Dizionario-Biografico)/"><i>Lotario II, re d’Italia.</i></a> In: Mario Caravale (Hrsg.): <i><a href="Dizionario_Biografico_degli_Italiani" title="Dizionario Biografico degli Italiani">Dizionario Biografico degli Italiani</a></i> (DBI). Band 66: <i>Lorenzetto–Macchetti.</i> Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2006, S. 177–179.</li>
<li><a href="Luigi_Schiaparelli" title="Luigi Schiaparelli">Luigi Schiaparelli</a> (Hrsg.): <i>I diplomi di Ugo e di L. di Berengario II e di Adalberto</i>, in: <a href="Fonti_per_la_Storia_d%E2%80%99Italia" title="Fonti per la Storia d’Italia">Fonti per la Storia d’Italia</a> [Medio Evo], XXXVIII, Rom 1924.</li>
<li>Hagen Keller: <i>Zur Struktur der Königsherrschaft im karolingischen und nachkarolingischen Italien. Der "consiliarius regis" in den italienischen Königsdiplomen des 9. und 10. Jahrhunderts</i>, in: <a href="Quellen_und_Forschungen_aus_italienischen_Archiven_und_Bibliotheken" title="Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken">Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken</a> XLVII (1967), S. 177, 179–182.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Anmerkungen">Anmerkungen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Gerd_Althoff" title="Gerd Althoff">Gerd Althoff</a>: <i>Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat</i>, 2. erweiterte Auflage, Stuttgart 2005, S. 96.</span>
</li>
</ol>
<table class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1" style="border-collapse:collapse; border-style:solid; margin-top: 1em; text-align:center; width:100%;"><tbody><tr style="vertical-align:bottom;"><th style="width:35%;">Vorgänger</th><th style="width:30%;">Amt</th><th style="width:35%;">Nachfolger</th></tr><tr style="vertical-align:top;"><td class="rahmenfarbe1" style="border-style:solid none; line-leight:120%;"><a href="Hugo_I._(Italien)" title="Hugo I. (Italien)">Hugo I.</a></td><td class="rahmenfarbe1" style="border-style:solid none; line-leight:120%;"><span style="font-weight:bold;"><a href="K%C3%B6nig_von_Italien" title="König von Italien">König von Italien</a></span> <br>946–950</td><td class="rahmenfarbe1" style="border-style:solid none; line-leight:120%;"><a href="Berengar_II." title="Berengar II.">Berengar II.</a></td></tr></tbody></table>
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